Ausflugstipp

Erlebt Geschichte zum Anfassen – Unser Spaziergang durch die ehemalige DDR (Werbung)

Hallo Ihr Lieben,


 

wie oft schreibe ich doch die Worte „Wie schnell doch die Zeit vergeht!“ Sei es von einem Monatsrückblick zum anderen, sei es die kurze Zeitspanne vom ach so schönen Silvesterurlaub bis heute oder der nicht mehr ganz so überschaubare Zeitraum, in dem aus meinem zuckersüßen Kleinkind ein vorzeigbarer Teenager geworden ist. All die Zeit verging rückblickend betrachtet sooooo rasend schnell und manchmal hab ich den Wunsch, sie einfach anzuhalten, das Glück des Moments mit beiden Händen zu packen und nicht schon wieder ein Jahr älter zu werden … aber der Lauf der Zeit ist nicht aufzuhalten. Und so ist es auch nicht allzu verwunderlich, dass sich eins der einschlägigsten Erlebnisse Millionen Deutscher – nämlich der Fall der Mauer im Jahr 1989 – in diesem Jahr schon zum 30. Mal jährt! Ein historisches Ereignis, das auch in meinem Leben von großer Bedeutung war, denn auch ich war mal ein Kind der DDR – hach wie lang ist das schon her!



Erinnerungen an eine längst vergangene Zeit


Sagt mal, welche Erinnerungen seht Ihr vor Eurem inneren Auge, wenn Ihr an Eure Kindheit zurückdenkt? Meine frühsten Erinnerungen lassen mich an meine Zeit im Kindergarten denken. Mein Weg dorthin war damals nicht besonders weit, denn mein Vater brauchte mich nur von unserem Grundstück aus über den Zaun heben, schon war ich da. Als ich dann mit 6 Jahren eingeschult wurde, hieß es immer früh aufstehen, denn ich war fast meine gesamte Grundschulzeit über eines der ersten Kinder im Frühhort – also noch vor der Schule – und meist das letzte Kind im Hort nach der Schule. Ich erinnere mich an viele bunte Bastelnachmittage dort, an das Gestalten von Wandzeitungen für den Klassenraum, an Pioniernachmittage mit blauem und rotem Halstuch um, an Samstagsunterricht, aber auch an die schönen, langen Sommerferien – damals noch 8 Wochen lang – die wir uns damit redlich verdient hatten! Und ein paar Jahre später war das alles von einen Tag auf den anderen vorbei! Zum Glück – kann man doch sagen!


In der Nacht, als die spektakuläre Nachricht von der Öffnung der Berliner Mauer um die Welt ging, war ich gerade erst 11 Jahre alt geworden. Es war ein Donnerstagabend und schon am Samstag darauf saß so gut wie kein Schulkind mehr im Unterrichtsraum. Ich sehe noch die leeren Bänke vor mir und die Handvoll Schüler, die trotzdem „pflichtbewusst“ zur Schule gekommen waren. Inklusive mir! Aber obwohl es noch diese oder jene Erinnerung in meinem Kopf gibt, muss ich zugeben, dass ich auch sehr sehr viel vergessen habe! Aus diesem Grund hatte ich mich auch riesig gefreut, als wir vor ein paar Wochen das DDR Museum in Berlin besuchen und sozusagen einen Spaziergang durch meine Kindheitserinnerungen erleben durften.



DDR Museum Berlin – Geschichte zum Anfassen


In den meisten Museen, die ich in meinem Leben bisher besucht habe, hieß es immer bloß „Nichts anfassen“! Nicht so in einem der meistbesuchten und interaktivsten Museen der Welt – im DDR Museum in Berlin, das sich ganz in der Nähe des berühmten Fernsehturms und gegenüber des Berliner Doms befindet! Dort erlebt man als Besucher die Geschichte eines längst vergangenen Staates zum Anschauen, Zuhören und Nachlesen und das beste ist: Das Anfassen und Ausprobieren der originalgetreuen Exponate ist hier ausdrücklich erwünscht!



Go Trabi Go


Eines der Highlights dieser Dauerausstellung – nämlich ein uriger, weißer Trabant namens „P601“ – befindet sich direkt in der Nähe des Eingangsbereichs und wurde während unseres Besuchs an einem Vormittag Ende April gerade neugierig von Jung und Alt begutachtet. Wer mag, darf sogar Probesitzen und eine virtuelle Fahrt durch eine 60.000 m² große 3D-Plattenbausiedlung darin erleben. Leider hatte diese faszinierende Technik an unserem Morgen versagt, aber mal wieder darin zu sitzen, hat bei mir sofort Erinnerungen an damals geweckt! Kaum zu glauben, dass meine Familie mit solch einem Gefährt aus Duroplast (Kunststoff aus Phenolharz und Baumwolle) so oft ca. 355 km von Brandenburg nach Thüringen getuckert ist und meine Schwester und ich liegend auf der Rückbank Platz gefunden hatten! Hach, waren wir da noch jung!



Und trotzdem hab ich auf unserem Rundgang durch den ersten Teil der Ausstellung so viel wiedererkannt, was längst aus meinen Erinnerungen verschwunden war. Nicht alles natürlich, denn dafür war ich damals auch noch viel zu klein, aber vieles kam mir merkwürdig bekannt vor und anderes hatten wir zu 100 Prozent auch zu Hause oder bei der Oma rumstehen. Ihr vielleicht auch?


Das Schöne an einem interaktiven Museum ist ja, dass man als Besucher soviel selbst entdecken und ausprobieren kann. So betrachtet man hier nicht einfach nur eine Vielzahl von Vitrinen, sondern muss selbst aktiv werden, um die Ausstellung in ihrem ganzen Ausmaß zu erleben. Denn viele der ca. 300.000 Exponate, die dem Museum zum überwiegenden Teil von Privatpersonen vermacht wurden, entdeckt man erst, wenn man genau wie wir ganz neugierig hinter die Fassade schaut und die vielen Klappen oder Schubladen im Ausstellungsbereich öffnet. Und was man dahinter alles entdecken kann, könnte vielfältiger gar nicht sein!


Das heiß geliebte Westpaket – wie gern wollte ich damals auch ein Monchhichi

Ob ein Blick in die Welt der DDR-Delikatessen oder in ein beispielhaftes Westpaket – fast überall gab es Erinnerungsstücke zu sehen, die auch Teil meiner Kindheit waren. Altes Spielzeug, eine gefüllte Schulmappe, Konsum-Marken, Kosmetika, Zeitschriften und so viel mehr! Die meisten dieser Produkte gibt es schon seit Jahrzehnten nicht mehr, aber es war sehr schön, sie mal wiederzusehen und in Erinnerungen zu schwelgen!


Für meine Familie ging es immer nur nach Thüringen – andere bevorzugten den FKK-Strand

Geschichte muss nicht langweilig sein … 


… ganz im Gegenteil! Auch wenn man wie Aimee keinen Bezug zur Deutschen Demokratischen Republik hat, laden die 47 verschiedenen Themenbereiche innerhalb des Museums geradezu dazu ein, sein Wissen über das alltägliche Leben in der DDR auf unterhaltsame Art und Weise zu erweitern. Betritt man nämlich erstmal den zweiten Teil der Ausstellung, findet man sich plötzlich im „Halbrund der Macht“ und wenn man mag auch hinter dicken Gefängnistüren wieder. Ein schreckliches Schicksal, das so manchem DDR-Bürger nicht erspart blieb und eine Kulisse, die auf ihre beklemmende Art und Weise einen noch detaillierteren Einblick hinter die Fassade der sozialistischen Diktatur ermöglicht.



Hereinspaziert … so wohnte Familie Mustermann


Aimees Highlight im gesamten Museumsbereich war jedoch die originalgetreu eingerichtete Plattenbauwohnung im dritten Teil der Dauerausstellung, die man durch einen „Fahrstuhl“ erreicht. Einmal dort angekommen, kann man zusammen mit all den anderen Besuchern aus aller Herren Länder ein Kinder- und Jugendzimmer, ein Schlafzimmer, ein Wohnzimmer, eine Küche und ein Badezimmer mit Originalmöbeln und unzähligen großen und kleinen Dekorationsstücken frei erkunden.



Auch in diesem Bereich gab es die Möglichkeit, diverse Türen und Schubladen zu öffnen, um so einen Blick in das ganz private Leben normaler DDR-Bürger zu werfen, sich für einen kurzem Moment heimisch zu fühlen und mit etwas Glück das ein oder andere Andenkenfoto in typischer DDR-Kulisse zu knipsen. Was uns in diesem Teil der Ausstellung ganz besonders gefiel, war dass auch hier die moderne Technik auf das Leben vor der Wende traf. Sei es der interaktive Blick aus dem Fenster der Plattenbauwohnung, der sich tageszeitlich veränderte, das Bedienfeld im Wohnzimmertisch, mit dem man alte DDR-Sendungen im Fernseher in der Schrankwand abrufen konnte oder der virtuelle Spiegel im Schlafzimmer, der uns ohne viel Mühe in typische DDR-Klamotten kleidete. Ein Spaß, den man als Besucher auf jeden Fall erlebt haben sollte!



Mein kleines Highlight fand sich übrigens kurz vorm Verlassen der Ausstellung an einer gelb gemusterten Wand im Kinder- und Jugendzimmer wieder. Dort entdeckte ich nämlich eine weiße Pionierbluse und ein blaues Halstuch an einem Kleiderhaken, die die Besucher dazu einluden, den berühmten Pionierknoten (noch) einmal auszuprobieren. Als Kind konnte ich den natürlich im Schlaf binden, aber auch noch 30 Jahre später? Die Antwort war ja, ganz ohne auf die darunterhängende Anleitung zu gucken. Pionierknoten binden ist wohl wie Fahrrad fahren, man verlernt es nicht wieder!



Ein klein wenig stolz und mit ganz vielen aufgefrischten Erinnerungen und sonstigen Eindrücken schauten wir uns zum Schluss noch im Museums-Shop um, in dem man von Eierbechern, bis hin zu Sandmännchen, Mauerstückchen, kleinen Trabbis als Schlüsselanhänger, Tütchen mit Brausepulver und sogar Gläser und Dosen mit Soljanka und Spreewaldgurken gefühlt alles findet, was man mit der ehemaligen DDR verbindet. Eine gelungene Zusammenstellung, bei der man sicher das ein oder andere Souvenir von seiner Reise in ein längst vergangenes Land entdecken kann. Schaut doch auch mal vorbei, es lohnt sich!



An dieser Stelle bedanken wir uns ganz herzlich bei Vanessa Jasmin Lemke, der Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, dass wir das Museum für diesen Beitrag besuchen durften. Der Eintritt wurde uns kostenlos und bedingungsfrei ermöglicht. Unsere Meinung wurde aber wie immer nicht davon beeinflusst.


Als Kind hab ich Brausepulver geliebt … auch Aimee hat ein Faible dafür

Kanntet Ihr das DDR Museum in Berlin bereits?

Wie gefallen Euch die Ausstellungs- und Themenbereiche?

In welchem Teil Deutschlands habt Ihr Eure Kindheit verbracht?



26 Comments

  • Sissy

    Meine Eltern kommen aus Sachsen und sind erst 2 Jahre vor meiner Geburt „in den Westen“ gezogen. Viele Sachen sind mir aber trotzdem noch ein Begriff, auch von Oma und Opa, die diese furchtbaren Hahn-Eierbecher gesammelt haben 😂

  • Busymamawio

    Was ein schöner Bericht! Durch meine Stiefverwandtschaft bin ich mit der DDR gut vertraut und durfte schon oft in diese Welt eintauchen. Ich selbst komme aus Polen und auch da hatten wir einen großen kommunistischen Einfluss erlebt. Ich finde solche Ausstellungen immer super interessant!
    Viele Grüße
    Wioleta von http://www.busymama.de

    • SimplyJaimee

      Da bin ich gar nicht informiert 🙂 Möglicherweise irgendwo! Auf jeden Fall lohnt sich auch der Besuch in der Ostzone 😉

    • SimplyJaimee

      VIelleicht zieht es dich ja auch mal nach Berlin ins DDR Museum! Wie war es denn im Escape Room? Sowas lieben wir ja auch und freuen uns schon auf den nächsten am Freitag!

  • Vanessa

    Das Museum ist mir jetzt noch nicht bekannt gewesen, aber ich bin angefixt.
    Gut dieses Jahr wird das nichts mit Berlin, dennoch muss ich das sehen. Gut ich hab die DDR Zeit auch nicht mehr so mit bekommen (Baujahr 86) trotzdem kennt man ja die Geschichten und weiß was war. So könnte ich mein Wissen aber auch weiter bilden.
    Aber ich liebe Museen *.*

    Danke dir….Nein Euch für den tollen Einblick :*

    xoxo Vanessa

    • SimplyJaimee

      Gern geschehen Vanessa! In dem Museum kannst du definitiv viel dazu lernen! Vielleicht klappt es ja mal mit einer Reise nach Berlin!

  • Michèle

    Ich liebe alte Geschichten auch wenn sie viel trauriges erzählen. Umso mehr fasziniert mich dein Bericht und jetzt möchte ich am liebsten los um das DDR Museum zu besuchen. Auch Berlin hat viel reizvolles zu bieten, werde eine baldige Reise ins Auge fassen. Danke

    Mish von mishpourelle.ch

  • Natascha

    Das DDR Museum kannte ich bislang nicht, finde es aber sehr interessant. Steht definitiv auf meiner Merkliste für einen Berlin-Besuch.

    Ich bin in Hessen, also im damaligen Westen, geboren. Wir haben aber Verwandschaft, die in Dresden lebt.

    Viele Grüße
    Natascha

  • Michelle

    Ich bin ja kein großer Museumsfan, ABER ich habe so eine Ausstellung in Senftenberg mal besucht. Und die war ziemlich spannend. Mein Patenonkel hatte so viele Monchichis damals, da erinnere ich mich noch genau dran.
    Wenn ich dort zu Besuch war, durfte ich sogar mit ihnen spielen.
    Ob ich einen eigenen hatte, das weiß ich aber gar nicht mehr.
    Das DDR Museum in Berlin wäre tatsächlich ein Museum, was ich mir als Museumsmuffeln anschauen würde 🙂

    <3
    Michelle

    • SimplyJaimee

      Wie schön, meine Oma hatte damals einen winzigen Monchhichi auf einer Schaukel sitzen. Den wollte ich immer so gern haben 🙂

  • Sina

    Dort ist es bestimmt richtig interessant. Leider ist Berlin für uns zu weit weg um mal eben schnell dort hin zu fahren, aber sollten wir mal da sein werde ich mir den Tipp auf jeden Fall merken.

  • Carmen

    Sieht wirklich so aus, als könnte man dort einiges lernen 🙂 Und richtig gut gemacht! Das FKK Modell ist ja herrlich! 😀

    Liebste Grüße,
    Carmen <3

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